Julia Wolf
BÜCHER
Stella, Judith, Wanda und die anderen Heldinnen in diesem Buch sind nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt. Hineingewachsen in ihre Rollen als Freundinnen, Geliebte, erwachsene Töchter oder späte Mütter, stellen sie fest: Ihre Lebensentwürfe sind brüchig. Und so werden die Begegnung mit der besten Freundin aus Schultagen, die Prügelei mit einem Catcaller oder der Besuch im Haus der gerade verstorbenen Schwiegermutter zu Momenten, in denen sie vorgeprägte Wege verlassen.
Feinsinnig, humorvoll und mit entlarvender Ehrlichkeit erzählt Julia Wolf in ihrem ersten Band mit Stories von elf Frauen, die neue Formen von Lust und Wut entdecken.
»Eine kleine Sensation. Ein lauernder weiblicher Skandal in haarsträubenden Episoden.« Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Ein dichtes Gewebe von weiblichen Verfasstheiten, die sich in ihrer Universalität gut ergänzen. Klug und stilsicher.« Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost
»Wenn ich aus den Neuerscheinungen dieses Frühjahrs nur ein einziges Buch auf die einsame Insel mitnehmen dürfte, es wäre ›Du, hier‹ von Julia Wolf.« Claudia Ingenhoven, MDR Kultur
»Julia Wolfs Kurzgeschichten gehören zum Besten, was dieses Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat.« Rainer Moritz, Deutschlandfunk Kultur
»Bei jeder Geschichte das Gefühl: Oh, wow, die hier wird meine liebste. Diese
Stories sind außergewöhnlich – abgründig und einfallsreich.Grandios!«Maria-Christina Piwowarski
»Ich will mit Julia Wolfs Figuren befreundet sein. Will mit ihnen lachen, weinen, die Augen verdrehen und die Fäuste heben!« Ruth-Maria Thomas
Was passiert, wenn 18 Autor*innen aus mehreren Generationen sich gemeinsam über Sexualität und Begehren austauschen? Was, wenn sie dabei anonym bleiben? In einem einzigartigen Experiment verbindet ›WIR KOMMEN‹ die Stimmen von Autor*innen verschiedener Identitäten und Herkünfte zu einem kollektiven Roman.
Wir halten uns für aufgeklärt, offen und frei, doch wenn es um die eigene Lust geht, verstummen besonders Frauen und nicht-männlich gelesene Personen sehr schnell. Zu schambesetzt, zu potenziell gefährlich scheint das Thema. Dies gilt vor allem für nicht mehr junge Frauen. Die Mitglieder der Gruppe LIQUID CENTER setzen dieser Sprachlosigkeit den Kollektivroman WIR KOMMEN entgegen. Sie haben 15 Autor*innen verschiedenen Alters eingeladen, sich im Schutz der Anonymität schreibend zusammen mit ihnen über die Ausdrucksformen weiblichen Begehrens auszutauschen. So ist ein einzigartiger Kollektivroman entstanden, der gesellschaftlich verdrängte Facetten weiblicher und queerer Sexualität sichtbar macht.
Die Autor*innen: Lene Albrecht · Ulrike Draesner · Sirka Elspaß · Erica Fischer · Olga Grjasnowa · Simoné Goldschmidt-Lechner (sgl) · Verena Güntner · Elisabeth R. Hager · Kim de l'Horizon · I.V. Nuss · Maxi Obexer · Yade Yasemin Önder · Caca Savić · Sabine Scholl · Clara Umbach · Julia Wolf · und zwei Autor*innen, die anonym bleiben wollen
LIQUID CENTER ist ein feministisches Literaturkollektiv, bestehend aus den Autorinnen Verena Güntner, Elisabeth R. Hager und Julia Wolf. Ziel ihrer Zusammenarbeit ist die Erhöhung der Sichtbarkeit feministischer Fragestellungen in der zeitgenössischen Literatur. LIQUID CENTER arbeiten interdisziplinär, dereguliert und in flüssigen Konstellationen.
Es sind immer die Töchter, die fragen! Die drei ›Mädchen aus Ostpreußen‹, Anni, Else und Hannelore, sollen für eine Imagekampagne ihrer Seniorenresidenz Modell stehen. Während ›Germany’s Next Topmodel‹ läuft, verhandeln die drei Mittneunzigerinnen, was sie über ihr Leben erzählen wollen – und was nicht.
Im Auto unterwegs nach Polen schickt Gudrun eine Sprachnachricht. Ihre Nichte soll vom Tod der Großmutter erfahren. Doch sie schweift ab, erzählt von der Flucht bei Kriegsende, ihrer Kindheit in den 1950ern. Plötzlich wird klar: Sie muss etwas gestehen.
Undine, Jenny und Thao verbringen ein Wochenende in Berlin, bevor Jenny ihr erstes Kind bekommt. Neben den Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in den 1980ern und 1990ern treten auch die sozialen Unterschiede wieder ans Licht. Während sie ihre Lebensentscheidungen neu bewerten, setzen die Wehen ein.
In drei Teilen, »Marjellchen«, »Neue Heimat, altes Haus« und »MILF«, porträtiert Julia Wolf drei Frauengenerationen, indem sie den Wunden, Werten und Erfahrungen der Kriegszeit nachspürt. Mit Alte Mädchen ergänzt Julia Wolf die deutsche Nachkriegsgeschichte um eine wichtige Erzählung weiblicher Subjektivität, die uns die Augen öffnet: dafür, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir mitnehmen und was wir loslassen sollten.
»Julia Wolfs Roman Alte Mädchen erzählt auf originelle Weise drei Geschichten über drei Frauengenerationen. In einer ganz eigenen Sprache, die ebenso innovativ wie unterhaltend und gut lesbar ist, weist der Text zurück auf die Nachkriegszeit und integriert zugleich Elemente der medialen Moderne. Witzig, ironisch bis hin zur Groteske, dabei liebevoll den Figuren gegenüber und niemals larmoyant, legt die Autorin das Scheitern der Kommuni-kation in der Kleinfamilie offen und macht gleichzeitig eine innere Verbindung zwischen den Generationen sichtbar.« (aus der Urteilsbegründung der Jury für den Licher Literaturpreis)
Jeden Tag schwimmt Walter Nowak seine Bahnen im Freibad. Eines Morgen bringt eine Begegnung ihn aus dem Konzept, mit fatalen Folgen: Walter findet sich der Länge nach ausgestreckt auf dem Boden seines Badezimmers wieder, bewegungsunfähig und auf sich allein gestellt. »Von nun an geht es abwärts, immer abwärts«, schießt es ihm durch den Kopf. Zunehmend verliert er die Kontrolle. Gedankenfetzen, Bilder aus der Vergangenheit stürzen auf ihn ein: das Weihnachtsfest mit seiner ersten Frau Gisela, ihr Schweinebraten, ihre Tränen; der Blick seines Sohnes Felix, als er von der Trennung erfährt; Erinnerungen an seine eigene Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs; und, vor kurzem, die Diagnose seiner Ärztin. Während nach und nach alles vor seinen Augen verschwimmt, ziehen seine Gedanken immer engere Kreise, nähern sich einem verborgenen Zentrum, dem Anfang, dem Ende ... Als das Hitzegewitter endlich losbricht, steht plötzlich sein Sohn Felix vor der Tür.
Mit verblüffender erzählerischer Souveränität und großer Empathie zeichnet Julia Wolf in ihrem zweiten Roman ein eindrückliches Männerporträt: Walter Nowak, Kind der Nachkriegszeit, steht an einem Scheidepunkt. Seinem Gedankenstrom folgend macht der Leser eine faszinierende Reise in die menschliche Psyche.
Ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis, dem Nicolas-Born-Debütpreis, nominiert für den Deutschen Buchpreis.
„(...) Julia Wolf hat einen schmalen, funkelnden Roman geschrieben (...) Mit großem Einfühlungsvermögen entwirft Julia Wolf das Leben dieses 68-jährigen Mannes, eines für die Bundesrepublik und die Nachkriegsgeneration vermutlich sehr typischen Lebens, das in der Provinz verhaftet blieb, in dem es als höchstes Ziel galt, materiell und beruflich voranzukommen. Dabei gelingt Wolf eine beeindruckende Gratwanderung: Die Geschichte Walter Nowaks entwickelt einen Lesesog, sie wird psychologisch so schlüssig erzählt, dass die Tragik der Figur deutlich wird und einen rührt." Claudia Voigt, Literatur Spiegel
Kaum betritt Ingrid das Haus, setzt auch das Heulen ein. Es zieht durch die Räume, kreist um Ingrids Kopf, schlägt mit Fäusten gegen Türen und Wände, was tust du mir an. Etwas in Ingrid wird klein, wie ein Kind, das auf seinem Bett sitzt und lauscht. Das nicht an Gespenster glaubt und sich trotzdem fürchtet. Sie hatte alles vergessen, jetzt ist es da.
Nicht als Erinnerung, sondern als Jetzt.
Vor vielen Jahren, als Ingrid die Welt nicht mehr aushielt, nahm sie ihre Sachen und verschwand. Raus aus dem kleinen, erdrückenden Vorort und dem Haus mit ihrer kranken Mutter, weg von dem Gedanken an Moritz, der nicht zu ihr stand. Doch jetzt ist sie schon Jahre in der Großstadt, und die Luft wird immer dünner. Ihr Bruder vertickt Drogen und Ihre Kollegin in der Live-Sex-Bar liefert sie ans Messer. Als alle sie verraten haben, wird ihr klar: Wohin sie auch geht, ihre Erinnerungen nimmt sie mit. Und die Überzeugung, nichts wert zu sein. Um das zum Verschwinden zu bringen, muss Ingrid endlich handeln. Am Silvesterabend fliegt sie nach New York …
ALLES IST JETZT erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich ihren Dämonen stellt.
"Ingrids Seelenreise in die zunehmende Abstumpfung beschreibt dieser kurze Roman dabei durchaus irritierend als Gesellschaftsdiagnose. Wobei die Protagonistin an eine andere große Egoistin aus dem großbürgerlichen Zeitalter erinnert: Hedda Gabler, die kalt zerstört, was sie nicht lieben kann, taucht in dieser Ingrid wieder auf als müde Täterin der Jetzt-Besoffenheit." Süddeutsche Zeitung
"Gekonnt meistert (Julia Wolf) den Spagat zwischen Ironie, poetischem Sound und der Suche ihrer Protagonistin nach eigenen Worten. Dieses Buch stellt keinen Heldenlauf dar, sondern berichtet von Umwegen, zeugt von einem Ringen um den rechten Ton. Man sieht sowohl einer Figur wie einer Autorin beim Heranreifen zu." Tagesspiegel
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